Leinwand & Keilrahmen, Anleitung für das Aufziehen & Bespannen
Eine Leinwand selber herzustellen, ist gar nicht so schwer und günstig.
Das Aufziehen und Bespannen von dem Keilrahmen mit Stoff kann mit ein paar Kniffen einfach getätigt werden.
Anschließend kann man die Leinwand selber grundieren. Selbst grundierte Bildträger ergeben meist einen besonders guten Malgrund.
Die Anleitung für das Aufziehen und Bespannen ist wie folgt aufgebaut:
- Benötigte Materialien: Keilrahmenleisten, Stoff, Tacker mit U-Klammern
- den Keilrahmen zusammenfügen
- den Stoff zu recht schneiden
- den Stoff aufspannen
Benötigte Materialien und worauf man achten muss
Baumwolle ist nicht teuer und maltechnisch ebenso geeignet wie Leinen. In Künstlerbedarfs-Geschäften wie boesner oder Gerstäcker gibt es günstige Stoffe und Keilrahmen-Leisten. Es werden grundierte und rohe Stoffe in unterschiedlichen Gewichten und Feinheiten angeboten. Mein bevorzugter Baumwollstoff bei boesner ist Arles mit einer Kreuz-Struktur (in Leinwandbindung, auf jeden Knoten kommt ein Schuss) und einem Gewicht von 300g/m2. Der Stoff lässt sich gut aufspannen, grundieren und schlafft nicht ab. Für den Keilrahmen verwende ich das Standardformat, je 4 Schenkel für ein Bild. Ab einer Seitenlänge von 1 m ist es sinnvoll eine Querleiste einzufügen. Ansonsten benötigt man noch einen Hand-Tacker mit U-Klammern. In jedem Baumarkt kann man einen solchen kaufen. Aber auch mit Reisszwecken oder Nägeln kann man die Leinwand befestigen. Eine Aufziehzange oder Spannzange ist nicht unbedingt erforderlich. Meist überspannt man die Leinwand dadurch. Hier ein paar Einkauftipps für den Keilrahmen.
Den Keilrahmen zusammenfügen
Wichtig sind gerade Keilrahmenleisten. Man kann sie im Geschäft prüfen, in dem man sie in der Flucht betrachtet. Mit krummen Keilrahmenleisten bekommt man nur Ärger, die Leinwand wird sich immer schief verziehen. Den Keilrahmen sollte man exakt rechtwinklig zusammenfügen. Er sollte abschließend eine perfekte Ebene bilden. Hierfür steckt man einfach die einzelnen Leisten zusammen. Der umlaufende Wulst befindet sich später auf der Bildseite, die glatte Fläche auf der Rückseite. Wenn man die Keilrahmenleisten ganz zusammenfügt, so dass kein Spalt mehr zu sehen ist, bildet der Keilrahmen meist schon eine rechtwinklige Fläche. Mit einer Schnur oder einem Maßband misst man die Diagonalen ab. Beide müssen die gleiche Länge haben, dann ist der Rahmen rechtwicklig. Man kann die Ecken aber auch mit einem leeren DinA4 Blatt auf Rechtwinkeligkeit überprüfen. Absolut wichtig ist es, dass die Rahmenleisten von den Seiten betrachtet parallel verlaufen: dann liegt der Keilrahmen in einer Ebene. Wenn dies nicht der Fall ist, kann man erstens durch kräftiges Ziehen über die Diagonale (bis es knackt) die fehlerhafte Spannung entfernen. Zweitens kann man manchmal den Keilrahmen sich selbst gerade biegen lassen, in dem man ihn zur anderen Seite schief an die Wand stellt. Vor dem Bespannen muss der Keilrahmen rechtwinklig und in einer Ebene sein. Dies ist wichtig für die späterer Rahmung und die Hängung an der Wand. Fehlerhafte, gekrümmte Keilrahmenleisten ergeben immer einen dauerhaften schiefen Rahmen und machen später nur Probleme.
Den Stoff zu recht schneiden
Günstige Baumwollstoffe werden meist als Ballen, schwere und vorgrundiere Stoffe auf der Rolle verkauft. Zunächst breitet man den Stoff auf dem Boden oder einem Tisch aus. Nun nimmt man den Keilrahmen und legt ihn auf den Stoff. Zu den Seiten gibt man jeweils 4-10 cm zu dem Keilrahmenaß hinzu. So kann man den Rahmen auf der Rückseite befestigen, so dass man später keine U-Klammer oder Nägel sieht. Auch kann man so den Keilrahmen bequemer bespannen. Den Stoff muss man nur ein wenig einschneiden und dann reißt man ihn. Die Rissrichtung wird automatisch durch die Leinwandstruktur vorgegeben, so dass man eine exakte Linie bekommt.
Den Stoff aufspannen
Als erstes legt man den Keilrahmen mit dem Wulst nach unten auf den Stoff. Der überstehende Stoff sollte gleichmäßig an den Seiten überstehen. Das folgende Bild gibt die Reihenfolge beim Aufspannen vor. Mit dieser Methode wird die Leinwand gleichmäßig glatt gespannt.
1a-d) Zunächst wird der Stoff in der Mitte jeder Keilrahmenleiste jeweils mit einer U-Klammer festgetackert. Der Stoff wird um die Keilrahmenkanten geschlagen und mittig auf der Leistenrückseite befestigt. Der Stoff sollte bei den Befestigungen 1b-d leicht gespannt werden, so dass die Leinwand in Kreuzform glatt liegt und sich zu den Ecken hin der Stoff wellt.
2 a) Als nächstes zieht man den Stoff diagonal nach außen stramm. Hierzu spannt man die Leinwand ungefähr 10 cm von der letzen Befestigung entfernt an und tackert sie an der Stelle fest. Auf diese Weise befestigt man den Stoff auf der ganzen Länge. Die letzte Befestigung wird kurz vor der Ecke angebracht. Die Spannung sollte die Stofffalten herausziehen, aber nicht den Keilrahmen verziehen. Es folgt die Befestigung der Leinwand auf der gegenüberliegenden Seite 2 b, dann 2 c und d.
3 a-d) Nun befestigt man den Stoff an den verbleibenden Seiten.
Ungefähr 10 cm von den Kante entfernt, muss man zunächst den Stoff mit zwei Knicken falten und dann fest tackern. In den Ecken schlafft die Leinwand leicht ab, entsprechnd kann man hier etwas mehr spannen. Der erste Knick wird von der Rückseiten-Ecke in 450, der zweite von der Vorderseiten-Ecke beinahe parallel zur Außenkante angebracht.
Um eventuelle Falten zu entfernen, befeuchtet man die Rückseite der Leinwand mit Wasser. Dies kann man mit einem Schwamm, Tuch oder einer Blumen-Sprühpistole tun.
Die Keile sollte man nur locker in die Schlitze stecken. Auskeilen sollte man sie nicht, da sie den Stoff ungleichmäßig und übertrieben anspannen. Lieber noch einmal die U-Klammern entfernen und erneut die Leinwand etwas strammer befestigen.
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2. Kapitel Ölmalerei-Technik
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6. Kapitel Ölmalerei-Bücher
Ölmalerei-Bücher
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