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Perspektive - die Phänomene zur Erzeugung von Scheinräumlichkeit

Im Folgenden wird die Perspektive als Wahrnehmung- und Darstellungsform erläutert. Dabei kommen sowohl die verschiedenen Phänomene zur Erzeugung der Scheinräumlichkeit zur Sprache als auch die Fluchtpunktperspektive.

Räumlich sehen und darstellen

Die neue PerspektivePerspektive ist die Sichtweise von einem bestimmten Standpunkt. Charakteristisch ist dabei die Verkleinerung des Gesehenen mit zunehmender Entfernung.

Bildlich wird die Perspektive zweidimensional dargestellt, so dass der Betrachter das Bild räumlich sieht.

Die perspektivischen Seheindrücke können intuitiv oder auch geometrisch nach den Gesetzen der Fluchtpunktperspektive (Zentralperspektive) dargestellt werden. Oftmals wird die Perspektive mit der Fluchtpunktperspektive gleichgesetzt. Letztere ist vorallem eine Methode ist, um eine Perspektive korrekt darzustellen. 

Die räumlichen Darstellungsmethoden entwickelten sich im Laufe der Kunstgeschichte und nähern sich dabei dem Prinzip der menschlichen Wahrnehmung an. Beim  Sehen entstehen durch flächige Seheindrücke eine räumliche Wahrnehmung. Fast die selben Seheindrücke werden auch in der Malerei, Zeichnung und Fotografie verwendet.

Arcitektur, Die neue Perspektive, Kupferstich  von PA WalterWir sehen die Welt wie sie eigentlich nicht ist, unsere Wahrnehmung verändert die tatsächliche Realität.

Die Perspektive der Wahrnehmung wird hauptsächlich geprägt durch die Verkleinerung. 

Die Perspektive unterliegt den  Gesetzen der Optik: Das Licht tritt durch die Augenlinse ein und wird zweidimensional nach dem Prinzip der Zentralprojektion auf den beiden Netzhäuten abgebildet.
Dies hat zur Folge:

  • Perspektive lernen, ZeichenkursPerspektivische Verkleinerung - Je  weiter etwas vom Betrachter entfernt ist, um so kleiner wird es gesehen. Das Gesehene verkleinert sich von den Augen aus kugelförmig in den Bildraum. In einem bestimmten Ausschnitt der Perspektive flüchtet  alles auf einen Punkt in der Ferne. Diese Perspektive bezeichnet man als Zentralperspektive (Fluchtpunktperspektive). In diesem Punkt der fiktiven Unendlichkeit besitzt alles nur die kleinst mögliche räumliche Ausdehnung. Je größer der perspektivische Ausschnitt, um so mehr Fluchten  entstehen in die Bildtiefe.
  • Luftperspektive (Farbenperspektive) - Mit größerer Entfernung nimmt die Qualität der Wahrnehmung ab. Die Perspektive wird 
    • diffuser - Verringerung der Schärfe
    • blasser - Minderung der Farbsättigung
    • heller - Verstärkung der Helligkeit
    • bläulicher - Veränderung hinzu bläulich gebrochenen Farben
  • Überlagerung (Verdeckung) - Nahe Objekte überlagern/verdecken  die Perspektive auf Dahinterliegendes.
  • Schatten - Lichtstrahlen geben den Objekten Schatten,  die ihre Position im Raum zeigen. 
  • Tonwerte - Der Lichteinfall verändert die Farbtöne in ihrer Helligkeit, so dass eine plastische Räumlichkeitswirkung entsteht.
  • Höhendarstellung - In der gewohnten Perspektive wird Nahes vorne  und Entferntes am Horizont gesehen. Je nach Position zwischen diesen Extremen lässt sich Gesehenes räumlich zuordnen.
  • Binokulares Sehen - Durch den Abstand zwischen den beiden Augen, verschmelzen zwei Perspektiven zu einem Bild. Beim Fokussieren werden beide Augenbilder gleichgesetzt. Zwangsläufig kommt es in den  Ebenen vor und hinter dem Fokus (Fixpunkt) zu Unterschieden, die räumlich wahrgenommen werden.
  • Tiefenschärfe - Die Linse des menschlichen Auges besitzt wie die Fotokamera einen Fokus. Durch Biegung der Linse kann das Auge fokussieren. Vor und hinter dem Fokus. kommt es zu Unschärfen, die als räumlich wahrgenommen werden. 

Die Renaissance-Perspektive, Fluchtpunkt- Linear- oder auch Zentralperspektive 

Bereits in der Antike wussten man um die Gesetzmäßigkeiten der Perspektive. Damals wurde sie Skenographie (griechisch: Bühnenmalerei) genannt. Mitte des 5. Jahrhunderts wendete Agatharchos von Samos zum ersten Mal bei der Bemalung der Theaterkulissen perspektivische Darstellungsprinzipien an.

Zu Beginn der Renaissance zählt Filippo Brunelleschi oder Leone Battista Alberti mit seinem Werk della pittura (1435) zur Wiederentdeckung der Fluchtpunktperspektive. In Deutschland verbreitete Albrecht Dürer mit seinen Unterweisung der Messung (Nürnberg 1525) die Entdeckungen der perspektivischen Gesetze im Malerhandwerk. Mit den Messapparaten konnten die Maler erstaunliche Effekte erzielen. Doch waren die Messungsapparate vor allem zum Lernen und Studieren bestimmt. Albrecht Dürer selbst fand es nicht notwendig, nun alles abzumessen.

Aus der camera obscura entwickelten sich die Fotoapparate. Durch die Erfindung der Fotografie wurde in der modernen Malerei die Fluchtpunktperspektive als unkünstlerisch abgelehnt, trotzdem malten fast alle Künstler perspektivisch/räumlich, selbst Paul Cézanne.

Aufgrund der Messapparate und der bildlichen Konstruktionsmöglichkeiten  wird die Perspektive oft fälschlicherweise für ein Konstrukt/Erfindung gehalten. Dabei gibt die Zentralperspektive nur den selben optischen Sachverhalt der Wahrnehmung wieder und ist somit eine Entdeckung. Denn auch das Sehen funktioniert zweidimensional und wird nur durch die obengenannten Phänomene dreidimensional wahrgenommen.

Die Perspektive ist ein Schnitt durch die Sehpyramide (Lichtstrahlen, die vom Auge gesehen werden). Auf dem Bild wird diese Ebene als Illusion  dargestellt. Der Betrachter würde in natura  das Gleiche sehen, nur mit zwei Augen.

Die Neue Perspektive von PA Walter, eine Kunsttheorie, die die binokulare und periphere Wahrnehmung für Darstellungen einbezieht. >>>

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Perspektivisch zeichnen lernen, Themenübersicht

  • Perspektive - die Phänomene zur Erzeugung von Scheinräumlichkeit, räumlich sehen und darstellen.
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Malkurs Inhaltsverzeichnis

5. Kapitel Bildgestaltung

  1. Punkt
  2. Linie
  3. Fläche
  4. Tonwerte
  5. Farbe
  6. Farbverläufe
  7. Farblehre
  8. Komposition
  9. Perspektive
  10. Proportionen
  11. Malstil

1. Kapitel Anleitung Malen

  1. Ideen
  2. Vorzeichnung
  3. Malen

2. Kapitel Malen lernen

  1. Malen lernen mit Acryl
  2. Malen lernen mit Ölfarben
  3. Malen lernen mit Aquarellfarben
  4. Malen lernen mit Pastellkreide
  5. Malen lernen mit Buntstiften/Aquarellstiften
  6. Malen mit Airbrush
  7. Malen nach Vorlage
  8. Gesichter malen lernen
  9. Menschen malen lernen
  10. Akte malen lernen
  11. Tiere malen lernen
  12. Landschaften malen lernen
  13. Stillleben mal lernen
  14. Blumen malen lernen
  15. Abstrakt malen lernen

3. Kapitel Maltechniken

  1. Malweise
    1. Grundtechnik
    2. Deckende Malweise
    3. Halbdeckende Malweise
    4. Lasierende Maltechnik
    5. Alla-Prima
    6. Impasto
    7. Nass-in-Nass
    8. Mischtechnik
    9. Collagieren
    10. Schablonieren
    11. Spritzen
    12. Stupsen
  2. Farbtechniken
    1. Acrylmaltechnik
    2. Ölmaltechnik
    3. Aquarellmaltechnik
    4. Pastellmalerei
    5. Airbrush

4. Kapitel Malzubehör

  1. Farben
    1. Acrylfarben
    2. Ölfarben
    3. Aquarellfarben
    4. Pastellkreide
    5. Buntstifte
    6. Aquarellstifte
    7. Airbrushfarben
    8. Farbe selber herstellen
  2. Hilfsmittel
    1. Malmittel
    2. Firnis
  3. Pinsel
  4. Malpalette
  5. Bildträger
    1. Papier
    2. Karton
    3. Holz
    4. Leinwand