Der Farbverlauf (Gradient) ist der Übergang von einer Farbe in die andere. Dabei kann es sich sowohl um Helligkeits- (Tonwert-) als auch Farbabstufungen handeln.
Meist wird der Begriff Farbverlauf in Zusammenhang mit einem gleichmäßigen Farbübergang gebraucht, bei kleinen, variierenden Farbverläufen spricht man eher von Farbabstufungen, die aber nicht unbedingt fliessend verlaufen müssen.
Valeurs (Franz. Werte) sind eine besondere Form strukturierender Farbmodellierungen, die durch Licht, Reflexe und Schatten verursacht werden.
Für die realistische Darstellung sind die Farbeverläufe/-abstufungen wichtig, um den Objekten die nötige Plastizität und damit eine räumliche Wirkung zu geben.
Bei der Zeichnung sind Farbverläufe meist reine Tonwertabstufungen, die entweder die Licht- und Schattenwirkung auf das Objekt oder sonstige Helligkeitsunterschiede wiedergeben.
In der Malerei werden Farbverläufe sowohl zur Erzeugung von Helligkeits- als auch Farbabstufungen eingesetzt. In der Tonmalerei werden Tonwertverläufe in der Untermalung angelegt. Im Monochromen fällt es dem Maler leichter sich nur auf die Helligkeitsabstufungen zu konzentrieren, um daraufhin mit Lasuren die Farbe zu bestimmen. In der direkten Malweise (Primamalerei) werden alle Farbverläufe gleichzeitig berücksichtigt, was meist die Farbigkeit gegenüber den Tonwerten begünstigt.
Zur Verdeutlichung hier drei Beispiele für Farbverläufe: Sonnenuntergangshimmel, der allmählich von einem hellenorangen Horizont zu einem orangerot Mittelton zu einem Dunklenblau wechsel,. Wolkenmodulationen, die in weichen Übergängen zwischen unterschiedlichen Grau- und Farbwerten changieren, Hautfarbe, die sich sowohl nach Schatten und Lichteinfall als auch im Hautton ändert.
Je nach Farbtechnik werden die Farbverläufe recht unterschiedlich ausgeführt. Grundsätzlich kann man hier zwei Techniken unterscheiden:
Beim nass-in-nass Malen werden zunächst die Farben deckend und direkt nebeneinader gesetzt und anschließend noch feucht miteinander und ineinander vermalt. Hierfür verwendet man feine Pinsel (Vertreiber), um die Übergänge fein und möglichst stufenlos zu glätten.
Dieses Maltechnik kann man ganz vorzüglich mit Ölfarben ausführen. Die cremige Konsistenz der Ölfarbe lässt sich geschmeidig modellieren, so dass man die Farbtöne auf verschiedene Weise miteinander vermalen kann.
Mit Acrylfarben ist das nass-in-nass Malen nicht ganz so unproblematisch umzusetzen, da die Acrylfarbe sehr schnell trocknet. Doch mit einigen Tricks und Übung klappt es fast so gut wie in Öl.
Die Nass-in-Nass-Technik in der Aquarellmalerei meint nicht das Ineinandermalen von deckenden Farben, sondern das flüssige Malen auf noch feuchter Farbe, so dass diese zufällig verläuft.
Diese Maltechnik kann man besonders gut mit Acryl- und Aquarellfarben realisieren. Mit Wasser vermalt man den aufgebrachten Farbton langsam ins Farblose.
Mit Ölfarben benutzt man für eine ähnliche Malweise kaum Lösungsmittel, die man deshalb kaum Lavieren nennen kann. Auf trockenem Untergrund kann man die cremige Farbe ausdünnend vermalen, so dass ein Farbverlauf entsteht.
Malen & Zeichnen Lernen mit Individuellen Tipps per E-Mail >>>
Malkurs Inhaltsverzeichnis
5. Kapitel Bildgestaltung
1. Kapitel Anleitung Malen
2. Kapitel Malen lernen
3. Kapitel Maltechniken
4. Kapitel Malzubehör